for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up

Keine Pleitewelle im Mai - Aber mehr Verbraucherinsolvenzen

Two Euro coins are seen at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, November 16, 2017. REUTERS/Leonhard Foeger

Berlin (Reuters) - Die wegen der Corona-Krise befürchtete Pleitewelle in Deutschland ist auch im Mai ausgeblieben.

Die Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren sank um sieben Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im April hatte es sogar einen Rückgang von 17 Prozent gegeben. Im ersten Quartal (Januar bis März) waren bei den Amtsgerichten 3762 Unternehmensinsolvenzen gemeldet worden und damit 19,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. “Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider”, so die Statistiker. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet keine Pleitewelle, da die meisten Unternehmen kerngesund in die Pandemie gegangen seien und nach wie vor ein funktionierendes Geschäftsmodell hätten.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg dagegen im ersten Quartal um mehr als die Hälfte zum Vorjahreszeitraum auf 22.686. “Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre”, erklärten die Statistiker. Sie ermöglicht den Betroffenen einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang nach einem Insolvenzverfahren. “Daher ist davon auszugehen, dass viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag zunächst zurückhielten, um von der Neuregelung zu profitieren”, hieß es dazu.

Ein Grund für die bislang niedrige Zahl der Firmenpleiten ist die in der Corona-Krise bis Ende 2020 ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen. Ausgesetzt war sie danach weiterhin für Firmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. Für sie wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum Mai wieder voll eingesetzt.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up